Homburg (Gössenheim) Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Die Ruine Homburg - jederzeit einen Besuch wert
ein Testbericht von jinmil20062011-06-05 20:34:18vom 05.06.2011Empfehlung: ja
Vorteile: beeindruckende und weitläufige Ruinenanlage, schöne Umgebung, toller Ausblick...Nachteile/Kritik: eigentlich nix, aber irgendwie doch die fehlenden Gelder
Überreste aus frühren Zeiten, allen voran Burgen und Schlösser, übten schon immer eine große, fast magische Anziehungskraft auf mich aus. Und noch heute besuche ich regelmäßig verschiedene Anlagen, um dort den Ausblick und die historische Atmosphäre zu genießen. Einige der Bauten hinterlassen bei mir einen bleibenden Eindruck und erwecken bei mir die Lust, mich mit ihrer Geschichte zu beschäftigen oder ihre Bestandteile zu fotografieren.
In diesem Bericht soll es nun um eine meiner Lieblings-Ruinen gehen, die sich zu den größten Burgruinen Deutschlands zählen darf: “Die Ruine Homburg” in Bayern.
=== ÜBER DEN INHALT DES BERICHTS ===
1. LAGE UND ERREICHBARKEIT DER BURGRUINE
- Lage
- Die direkte Anfahrt
- Der Wanderweg
- Der Radwanderweg
2. GESCHICHTE DER HOMBURG
- Die Linie von Hohenberg
- Die Adelsfamilie Bickenbach
- Der Amtssitz auf der Homburg
- Zerfall zur Ruine
3. WAS IST HEUTE NOCH ÜBRIG VON DER HOMBURG ?
4. FÜHRUNGEN IN DER RUINE HOMBURG
5. NATURSCHUTZGEBIET DER RUINE HOMBURG
6. FÜHRUNGEN DURCH DAS NATURSCHUTZGEBIET
7. SANIERUNGSARBEITEN AN DER BURGRUINE
8. VERANSTALTUNGEN IN DER BURGRUINE
9. VERPFLEGUNGSMÖGLICHKEITEN VOR ORT
10. LOHNT SICH AUCH EINE WEITE ANREISE?
11. WO ERHÄLT MAN WEITERE INFORMATIONEN?
12. MEINE ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG
- Der Ausblick
- Die Ruine
- Die Umgebung
- Das Naturschutzgebiet
- Kritik
- Kritik an der Kritik
13. MEIN FAZIT
=== 1. LAGE UND ERREICHBARKEIT DER BURGRUINE ===
_DIE LAGE_
Die Burgruine der Homburg liegt - ganz idyllisch - hoch oben auf einem Hügel, der Setzberg genannt wird. Dieser liegt zwischen Karsbach und Gössenheim, im Landkreis Main-Spessart in Bayern (genauer: in Unterfranken). Gössenheim ist 36 km von Würzburg entfernt, etwa 100 km von Frankfurt und circa 180 km von Heidelberg. Es liegt an der Bundesstraße B27 zwischen Karlstadt und Hammelburg und somit in der Nähe der Drei-Flüsse-Stadt Gemünden (am Main), in der Region Würzburg.
Nahe gelegene Städte sind:
- Bad Brückenau: 28 km
- Bad Kissingen: 32 km
- Bad Orb im Spessart: 50 km
- Gemünden (3-Flüsse-Stadt): 9 km
- Hammelburg: 18 km
- Karlstadt: 8 km
- Lohr am Main: 18 km
- Veitshöchheim: 24 km
_DIE DIREKTE ANFAHRT_
Vom Karsbacher Ortsausgang aus (Richtung Gössenheim) ist die gigantische Ruinenanlage schon nicht mehr zu übersehen. Kurz nach dem Karsbacher Ortsausgang geht links “ein etwas besser ausgebauter Feldweg” von der Hauptstraße ab. Folgt man diesem, stößt man nach circa 5 Minuten Fahrt direkt auf den Parkplatz der Ruinenanlage - wobei die Bezeichnung “Parkplatz” hier nicht ganz so eng zu fassen ist. Es handelt sich um einen ebenen Platz, auf dem sich schätzungsweise 30 bis 40 Autos abstellen lassen. Der Boden ist aber weder geteert noch mit Parkbegrenzungen versehen. Man ist eben in der Natur angekommen. Von diesem Parkplatz aus sind es noch circa zwei Fußminuten zum Haupteingang der Ruinenanlage. Dieser Fußmarsch geht über einen holprigen und hügeligen Feldweg und ist somit für Kinderwägen und Rollstühle leider eher nicht geeignet.
_DER WANDERWEG_
Wer den Besuch auf der Homburg gerne mit einem größeren Spaziergang verbinden will, kann sich auch gut in Karsbach einen Parkplatz suchen und von dort aus in einer guten Stunde Fußmarsch zur Ruinenanlage wandern. Der Anstieg führt mitten durch die Natur und hält tolle Ausblicke bereit. Er führt
außerdem an einer kleinen Weinbergskapelle vorbei. Allen, die einigermaßen gut zu Fuß sind, kann ich diese kleine Wanderung nur empfehlen. Je nach Entfernungsvorliebe kann man sich im Internet auch andere Wanderrouten planen. Rund um die Ruinenanlage liegen viele idyllische Wanderwege, die einen Natur erleben lassen.
_DER RADWANDERWEG_
Als Radwandertour lässt sich außerdem ein Rundweg zwischen Karlstadt und Gössenheim empfehlen, der in etwa 45 km lang ist. Von Karlstadt aus führt dieser aus dem Maintal hinaus über Eußenheim bis nach Gössenheim. Dort geht es auf steilen Wegen hoch zur Burgruine Homburg. Über Karsbach, Aschenroth und Seifriedsburg führt der Weg wieder zurück ins Maintal nach Adelsberg und endet schließlich wieder in Karlstadt. Aufgrund der großen Länge und der Steigungen ist dieser Rundweg für ungeübte Radfahrer eher nicht geeignet.
=== 2. GESCHICHTE DER HOMBURG ===
_DIE LINIE VON HOHENBERG_
Im Jahr 1008 siedelten die Brüder Adolf und Reinhard von Hohenberg in Franken an und errichteten auf dem Berg zwischen Main und Wern die Burg Adolfsbühl.
10 Jahre später, im Jahr 1018, baute Reinhard auf dem Setzberg (305 m ü. M.) zunächst eine kleinere Burg. Diese hieß vorerst „Hohenberg“, erst später entwickelte sich daraus der noch heute gebräuchliche Name „Homburg“. In den Jahren zwischen 1028 und 1031 ließ Reinhard die bestehende Burg zum besseren Schutz vor Überfällen erweitern. Damals entstand angeblich schon die Burganlage in ihrer bis heute bekannten Größe. Ob diese Annahme der Wahrheit entspricht, bleibt fraglich - denn insgesamt ist die Baugeschichte der Homburg recht schlecht erforscht. Einige Umbaumaßnahmen sind aber dennoch quellenmäßig belegt, zum Beispiel errichtete Dietrich, ein Nachkomme Reinhards von Hohenberg, 1342 in der Homburg eine Kapelle mit einem Altar. Als Dankesgeschenk erhielt er vom Würzburger Fürstbsichof unter anderem einen 2000 Quadratmeter großen Weinberg.
_DIE ADELSFAMILIE BICKENBACH_
Der letzte von Hohenberg auf der Homburg war Dietrich, ein Nachkomme Reinhards von Hohenberg (es handelt sich um den Dietrich, der die Kapelle hatte errichten lassen). Aus Dietrichs Ehe mit einer gewissen Elisabeth ging nur eine Tochter hervor. Im Jahr 1357 hatte Dietrich von Hohenberg die Aussicht auf weitere Nachkommen bereits aufgegeben. Deshalb schloss er mit dem Mann seiner Tochter, Konrad von Bickenbach, einen Vertrag, in dem er diesem Mitregierungsrechte auf der Homburg übertrug. Dietrich starb erst in hohem Alter, allerdings ohne einen männlichen Nachkommen zu zeugen. Am Ende seines Lebens soll er nicht nur verbittert gewesen sein, sondern auch mit der ganzen Familie verstritten. Sein Erbe fiel letztendlich doch der Tochter und dem Schwiegersohn zu, obwohl er so lange dagegen angekämpft hatte. Damit erlosch endgültig die Reinhardsche Linie der Hohenberger.
Dietrich von Hohenberg hat mit der Verehelichung seines einzigen Kindes mit Konrad von Bickenbach nicht gerade einen Glücksgriff getan. Vielmehr hat er dadurch den Ruin der ganzen Herrschaft von Hohenberg eingeleitet. Die Adelsfamilie Bickenbach, die aus dem Rheinland kam, war stark verschuldet. Leider wurde die Herrschaft Hohenberg in diese Misere mithineingezogen.
_DER AMTSSITZ AUF DER HOMBURG_
Als Konrad von Bickenbach im Jahre 1387 stirbt, geht der Besitz an dessen Söhne über. Im Jahr 1469 schlossen die Nachkommen Bickenbachs mit dem Landesherrn Fürstbischof Rudolf II von Scherenberg, dem Herzog von Franken, einen Verkaufsvertrag, durch den sämtliche Güter und Rechte des Besitztums Hohenberg an das Hochstift Würzburg fielen.
Auf der Homburg hat es nach dem Abzug der von Bickenbachs kein Rittertum mehr gegeben. Der Fürstbischof bildete einen besonderen Verwaltungsbezirk für die neu gewonnenen Besitzungen. Die Homburg wurde 1497 Amtssitz und erhielt einen Amtmann.
_DER ZERFALL ZUR RUINE_
Den Bauernkrieg im Jahr 1525 überstand die Homburg ohne Schaden. 1680 kam es dann allerdings zu einem Brand im Herrenhaus der Hauptburg. Danach fand allmählich ein Verfall der Gebäude statt. Im Jahr 1732 wurde der Amtssitz in den neu errichteten Sitz nach Sachsenheim verlegt.
1780 wurde der Burgbesitz durch die Fürstbischöfliche Hofkammer aufgeteilt. Die Gemeinde Karsbach erhielt den Schloßhof mit den dazugehörigen Gebäuden (Vorburg). Das Hauptgebäude, in welchem sich die Wohnräume befanden, wurde der Gemeinde Gössenheim zugesprochen.
In den nächsten Jahrhunderten wurde die Burganlage als Steinbruch für die umliegenden Ortschaften missbraucht. Dadurch verfiel die einst so schöne und prachtvolle Homburg langsam zur Ruine.
Wer genauere Informationen über die Geschichte der Homburg sucht, könnte eventuell in dem Buch „Burg Hohenberg an der Wern (Homburg)“ von Joachim Dittrich fündig werden. Das Buch ist 2010 in Rottendorf erschienen (ISBN 3-89754-303-6).
=== 3. WAS IST HEUTE NOCH ÜBRIG VON DER HOMBURG ? ===
Wie man sich anhand der Historie der Homburg schon denken kann, ist sie heute leider nicht mehr in ihrer vollen Pracht erhalten. Trotzdem ist die von der einst mächtigen Burganlage übriggebliebene Ruine immer noch überwältigend. Die Fläche, die sie umfasst, ist sehr groß - man braucht schon einige Minuten, um alles abzulaufen. Nicht umsonst zählt die Ruine Homburg zu den größten Burgruinen Deutschlands.
Die frühgotische Vorburg ist “nur” noch teilweise vorhanden. Die Außenmauern, der Burgturm, Teile des Burgtores und Teile des Haupthauses stehen noch - den Rest kann man nur erahnen. Der Burgturm ist für Besucher heute leider nicht mehr zugänglich. Aber den Standort der ehemaligen Kapelle kann man noch anhand eines Fensters erkennen. Besonders faszinierend ist es, dass im Haupthaus noch Teile der Innenwände erhalten sind. Hier kann man sogar noch die Innenaufteilung erahnen. Zudem sind hier noch Teile der Zwischendecken erhalten und man kann hier auch noch in verschiedenen Stockwerken umhergehen - wobei es sich hierbei um kleinere Flächen handelt, also nicht um ganze Räume. Teilweise sind noch ganze Kellergewölbe erhalten, die inzwischen von Fledermäusen bewohnt werden. Die Außenmauern sind meiner Meinung nach aber auch sehr beeindruckend. Sie sind sehr dick und stellenweise auch doppelt gebaut. Einen Bergfried soll es ursprünglich auch gegeben haben - allerdings konnte ich von diesem keine Reste finden.
Wer sich ein Bild von den Ausmaßen der erhaltenen Überreste machen will, findet auf der Seite “www.hdbg.eu” eine Luftaufnahme (von K. Leidorf), die die ganze Ruinenanlage aus der Vogelperspektive zeigt. Hierauf kann man sehr gut erkennen, wie weitläufig das Gelände der Burgruine ist.
=== 4. FÜHRUNGEN IN DER RUINE HOMBURG ===
Die Ruine kann jederzeit selbstständig und ohne Anmeldung besichtigt werden. Das Gebiet um die Ruine ist nicht abgesperrt und somit gibt es auch keine Öffnungs- bzw. Schließungszeiten. Außer der Ruine ist vor Ort nichts vorhanden: es gibt also weder Toiletten noch eine Gaststätte. Positiv ist dabei, dass es auch keine Kasse gibt, denn die Besichtigung der Burgruine ist kostenlos!
Informationen findet man vor Ort so gut wie keine. Es gibt eine Schautafel, die kurz und knapp die Geschichte der Burg beschreibt - aber mehr Informationen konnte ich nicht entdecken. Wer vor Ort mehr über die Ruine erfahren möchte, kann sich über die Gemeinde eine Führung buchen. Allerdings werden diese meines Wissens nach leider nur für Gruppen angeboten (für 30 Euro pro Gruppe). Ich habe bisher noch keine Führung mitgemacht, habe es aber noch vor. Jedenfalls kann man sich per Email Angebote für Führungen machen lassen. (Bei Interesse: poststelle@vgem-gemuenden.bayern.de).
=== 5. NATURSCHUTZGEBIET DER RUINE HOMBURG ===
Neben der Burgruine an sich kann hier aber auch eines der seltensten und größten Naturschutzgebiete Unterfrankens bestaunt werden. Hier liegt eines der letzten Steppenheidegebiete Unterfrankens. Der Besucher begegnet also einer Mischung aus Denkmal- und Naturschutz.
Südwestlich und nördlich vor der Ruinenanlage ist der selten vorkommende Faserschirm-Erdseggenrasen vorhanden. Beide Stellen zählen zu den großflächigsten Volltrockenrasenflächen Deutschlands. Dieser Lebensraumtyp bietet zahlreichen und zum Teil extrem seltenen Insektenarten ein Zuhause. Er soll ein Paradies für Schmetterlinge sein.
Vor Ort kann man sich auf einer Schautafel ansehen, was das insgesamt 700 Hektar große Naturschutzgebiet rund um die Ruinenanlage noch zu bieten hat. Es finden sich hier geschützte Pflanzen wie zum Beispiel Diptam, Küchenschelle, Frauenschuh und Silberdistel. Biologen und Naturfotografen werden hier wahrscheinlich ihre wahre Freude haben, auf mich wirkte das Naturschutzgebiet wie ganz normales Gestrüpp ;)
Aber auch verschiedenen geschützten Tieren bietet das Naturschutzgebiet Unterschlupf. Dies sind zum Beispiel Biber, Eisvogel, Hirschkäfer und Nashornkäfer. Tiere habe ich vor Ort bisher leider keine gesehen.
=== 6. FÜHRUNGEN DURCH DAS NATURSCHUTZGEBIET ===
Über das Naturschutzgebiet konnte ich vor Ort nicht so wahnsinnig viel in Erfahrung bringen. Ich muss aber auch ehrlich zugeben, dass mir hierzu das Interesse fehlt. Wer mehr über das Naturschutzgebiet der Ruine Homburg erfahren möchte, sollte optimalerweise eine Führung buchen - denn eine selbstständige Erkundung ist relativ schwierig. Es ist sicherlich um einiges einfacher, sich von einem Orts- und Sachkundigen durch das doch recht weitläufige Terrain führen zu lassen. Solche Führungen durch das Naturschutzgebiet werden zum Beispiel von Herbert Kirsch (Natur- und Landschaftsführer) angeboten.
Treffpunkt & Anmeldung:
Weinschänke Schoppen Franz
An der Homburg 1
97780 Gössenheim
Telefon 0 93 58 - 3 52
oder 0 93 58 - 970 428.
Preise:
Öffentliche Führung pro Person: 5,- Euro (Mindestteilnehmerzahl 10 Personen)
Gruppe Pauschalpreis: 60,- Euro (10 bis max. 25 Personen)
=== 7. SANIERUNGSARBEITEN AN DER BURGRUINE ===
1957 griff der Kreisjugendring Karlstadt nach einer Sitzung erstmals das "Problem Ruine Homburg" auf und brachte es mit einer schriftlichen Eingabe beim ehemaligen Landkreis Gemünden zur Sprache. Der Kreisjugendring bat darin nachdrücklich, die Ruine Homburg nicht ganz verfallen zu lassen. Die Ruinenanlage befand sich damals in einem sehr schlechten Zustand. Mehrmals stand die Ruinenanlage kurz vor der Schließung, da Mauerteile und Gewölbe einsturzgefährdet waren. Zwischenzeitlich war sie sogar einmal kurzzeitig gesperrt. Nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Vereine, Kreise und Gemeinden konnte die Ruinenanlage überhaupt bis heute für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.
Im Jahr 1997 wurden an verschiedenen Mauerteilen der Homburg Renovierungsarbeiten mit einem Gesamtkostenvolumen von umgerechnet rund 245.000 Euro durchgeführt. Die stark beschädigte Rittersaalmauer in der Hauptburg und die sogenannte Scheunenmauer im Vorburgbereich wurden gesichert und ausgebessert. Die Maßnahmen wurden vom Landesamt für Denkmalpflege, vom Bezirk Unterfranken, vom Landkreis Main-Spessart und von den Eigentumsgemeinden Gössenheim und Karsbach bezuschusst. Die Restkosten wurden vom Homburg- und Denkmalschutzverein getragen.
Der bereits 1960 gegründete Homburg- und Denkmalschutzverein hat sich zum Ziel gesetzt, die Homburg als historisches Denkmal zu erhalten. Deshalb setzt er sich unter anderem für die Renovierung der Burgruine ein. Letztes Jahr (2010) an Pfingsten feierte der Homburg- und Denkmalschutzverein sein 50-jähriges Bestehen. Anlässlich der Feierlichkeiten wurde ein Flyer mit dem Festprogramm veröffentlicht. Auf diesem sind auch einige Worte des Vorsitzenden Hans Popp abgedruckt, die sehr schön verdeutlichen, wie wichtig der Verein für den Erhalt der Homburg war:
„‘Verfallene Denkmäler gleichen Menschen, die ihr Gedächtnis verlieren.‘
Dass die gewaltige fast tausendjährige Burgruine Homburg noch heute gefahrlos begangen werden kann, verdanken wir einigen weitsichtigen und heimatbewussten Menschen.“ [Hans Popp]
Jeder, der die Erhaltung der Ruine Homburg unterstützen möchte, kann dem Verein beitreten.
Kontaktdaten:
Homburg und Denkmalschutzverein e.V.
1. Vorsitzender Hans Popp
Tel: (0 93 58) 2101
Email: popp.hans@arcor.de
=== 8. VERANSTALTUNGEN IN DER BURGRUINE ===
Das traditionelle Burgweinfest findet jedes Jahr um den 15. August im historischen Burghof der Homburg statt. Dort kann man gemütlich in der Sonne sitzen und bei Wein die historische Atmosphäre genießen. Meist löst sich die Festgesellschaft erst nach Einbruch der Dunkelheit auf. Das jeweils aktuelle Festprogramm kann man auf der Internetseite der Gemeinde Gössenheim herunterladen. Fotos der letzten Weinfeste können im Internet auf der Seite „www.franken-bilderbuch.de“ angeschaut werden.
Außerdem findet seit über 40 Jahren jedes Jahr am Pfingst-Montag ein Sängerfest in der Ruinenanlage statt. Dieses ist weit über den regionalen Bereich hinaus bekannt und zieht alljährlich viele Besucher von nah und fern an.
=== 9. VERPFLEGUNGSMÖGLICHKEITEN VOR ORT ===
In der Ruinenanlage selbst gibt es wie gesagt kein Restaurant, kein Café oder Ähnliches. Vor der Ruinenanlage stehen auf einer Wiese mehrere Tische und Bänke - hier kann man mit einem herrlichen Ausblick über Karsbach ein Picknick machen.
In etwa 300 Meter neben der Burganlage befindet sich eine kleine Weinstube, in der man eine Weinprobe machen kann - ob man dort auch gut essen kann, weiß ich nicht.
Bisher sind wir dort noch nicht zum Essen eingekehrt.
Wer sich über die Möglichkeiten in der Weinstube informieren möchte, kann sich an folgende Kontaktdaten wenden:
Weinschänke Schoppen Franz
An der Homburg 1
97780 Gössenheim
Telefon 0 93 58 - 3 52
oder 0 93 58 - 970 428
=== 10. LOHNT SICH AUCH EINE WEITE ANREISE? ===
Für Fans alter Gemäuer lohnt es sich meiner Meinung nach, gegebenenfalls auch eine längere Anreise in Kauf zu nehmen. Die gigantischen Ausmaße der Anlage sind echt überwältigend und die Umgebung einfach traumhaft schön. Sowohl die Ruinenanlage als auch die ländliche Umgebung mit ihrem Naturschutzgebiet bieten außerdem viele tolle Motive zum Fotografieren.
Für die Besichtigung einer einzigen Ruine möchte natürlich niemand eine mehrstündige Fahrt in Kauf nehmen. Wer die Ruine dennoch sehen möchte, findet im Umland der Ruine Homburg noch viele weitere Sehenswürdigkeiten, die einen längeren Aufenthalt in der Gegend lohnenswert machen könnten. Beispielsweise lässt sich der Besuch der Ruine gut mit einer Erkundungstour durch das knapp 40 Kilometer entfernte Würzburg verbinden. Dort sind neben dem Dom auch die Residenz und die Festung Marienberg sehenswert. Aber auch im nahegelegenen Karlstadt gibt es einiges zu entdecken.
=== 11. WO ERHÄLT MAN WEITERE INFORMATIONEN? ===
Weitere Informationen zur Ruine findet man beispielsweise im Internet. Folgende Seiten können auf der Suche behilflich sein:
www.hdbg.eu
www.burgenreich.de
www.goesse nheim.de
www.main-spessart.de
www.mainfranken-er kunden.de
www.vgem-gemuenden.de
Auf diesen Seiten habe ich mir vor meinem ersten Besuch der Ruine einen groben Überblick über die Geschichte verschaffen können. Besonders die Seite der Gemeinde Gössenheim bietet viele Informationen, teilweise auch historische Quellen.
Wer sich Literatur zum Thema anschaffen will, ist meiner Meinung nach mit dem Buch „Burg Hohenberg an der Wern (Homburg)“ von Joachim Dittrich (ISBN 3-89754-303-6) recht gut bedient. Das Buch ist 2010 erschienen und ist damit meines Wissens nach das derzeit aktuellste Werk, das sich mit der Geschichte der Homburg auseinandersetzt.
=== 12. MEINE ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG ===
_DER AUSBLICK_
Der Ausblick über Karsbach und die umliegende Umgebung mit ihren Weinbergen ist absolut schön und macht den Kopf frei. Vor allem der Ausblick durch die Fenster der Burgruine ist faszinierend. Man kann sich einfach sehr gut vorstellen, wie einst Reinhard von Hohenberg in seiner Burg am Fenster stand und über das Dorf blickte. Man muss sich nur die Bundesstraße wegdenken - denn die hat Reinhard von Hohenberg damals sicherlich noch nicht gesehen. ;)
_DIE RUINE_
Die Ruinenanlage selbst wirkt schon allein von ihrer Größe her beeindruckend. Die vielen Mauerreste, sowohl von Innen- als auch von Außenmauer, lassen erahnen, wie prachtvoll der Herrschaftssitz der Hohenberger einst gewesen sein muss. Wenn man im Hof der Ruine steht, kann man sich das damalige Treiben in der Burg sehr gut vorstellen. Die riesigen Mauern rundherum lassen ein wirkliches Mittelalter-Feeling aufkommen. Wer gerne Mittelalterromane liest, sollte meiner Meinung nach mindestens einmal im Leben einen auf der Homburg gelesen haben. Sowohl im Burghof als auch in den Resten der Hauptburg gibt es viele schöne Plätze, an denen man sich hinsetzen und innehalten kann. Es darf einen dabei aber nicht stören, auf Mauerresten oder im Gras sitzen zu müssen - denn Bänke gibt es in der Ruinenanlage selbst nicht, nur vor dem Eingang.
_DIE UMGEBUNG_
Die ganze Umgebung ist ländlich und idyllisch. Dadurch lässt sich die Besichtigung der Ruine wie beschrieben gut mit einer kleinen Wanderung verbinden. Die umliegenden Felder und Weinberge bieten tolle Ausblicke in die Natur. Legt man mit dem Fahrrad eine größere Strecke in Richtung Karlstadt zurück, so kann man dort wunderschöne Plätze am Main finden. Trotz der ländlichen Lage lässt sich die Ruine aber gut und stressfrei über die B27 erreichen.
_DAS NATURSCHUTZGEBIET_
Das Naturschutzgebiet rund um die Ruinenanlage bietet für Biologie-Begeisterte sicherlich einen zusätzlichen Anreiz, die Homburg zu besuchen. Für mich als unbegeisterten Laien gab es hier leider nicht so wahnsinnig viel zu sehen. Die Pflanzen, die sich da so rund um die Ruine finden lassen, waren schon einmal nett anzusehen - für mich persönlich aber nicht ausschlaggebend für eine Besuchsempfehlung. Tiere sind mir bisher leider noch nicht zu Gesicht gekommen. Vielleicht sollte ich mal die Führung durch das Naturschutzgebiet mitmachen. Denn schließlich soll es sich ja um eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete Unterfrankens handeln - ich scheine einfach nur den wahren Wert noch nicht erkannt zu haben.
_KRITIK_
Ich war und bin von der Ruine total begeistert und kann eigentlich nichts wirklich Negatives an ihr finden. Etwas bedauerlich finde ich es allerdings nur, dass die Ruinenanlage nicht umfassender genutzt und besucht wird. Das Fehlen von Restaurant und Sanitäranlagen lässt doch viele Besucher fern bleiben. Dass vor Ort keine spontanen Führungen möglich sind, trägt bestimmt ebenfalls dazu bei. Leider fehlen hier - wie in so vielen anderen Orten auch - einfach die Gelder, um die Anlage noch besucherfreundlicher zu gestalten. Allein die Schaffung von Sanitäranlagen würde immense Kosten verursachen.
Ich habe die Ruine Homburg inzwischen schon sehr oft besucht, zu unterschiedlichen Tageszeiten, werktags sowie am Wochenende - aber andere Besucher habe ich außerhalb der Veranstaltungen nur selten getroffen. Und hauptsächlich waren es dann Ortsansässige, die einen kleinen Spaziergang um die Ruinenanlage machten. Touristen, die sich für das Gemäuer interessieren, müssen wohl sehr selten sein - denn ich habe bisher noch keinen gesehen. Meist wirkt die ganze Anlage wie ausgestorben - was schon in gewisser Weise Ironie des Schicksals ist, denn schließlich handelt es sich hier um eine der größten Ruinenanlagen Deutschlands.
_KRITIK AN DER KRITIK_
Mich persönlich halten diese kleinen Nachteile allerdings nicht davon ab, die Ruine Homburg immer wieder zu besuchen - denn die Anlage hält einfach eine einzigartige Atmosphäre für ihre Besucher bereit. Und dass die Ruinenanlage nicht von Touristen überflutet wird, kann für den einsamen Besucher ja auch recht angenehm sein. Außerdem hat man ja an den beiden festen Veranstaltungstagen im Jahr (Weinfest und Sängerfest) die Möglichkeit, die Ruinenanlage “in bewegter Atmosphäre” zu erleben.
=== 13. MEIN FAZIT ===
Die Homburg ist meiner Meinung nach so beeindruckend, dass sie jederzeit einen Besuch wert ist!
Wer sich in der Gegend aufhält, sollte sich eine Besichtung der Ruine Homburg auf keinen Fall entgehen lassen! Für Fans alter Gemäuer lohnt sich meiner Meinung nach aber auch eine weitere Anfahrt.
Einen Stern ziehe ich ab, weil die Ruinenanlage aus finanziellen Gründen leider nicht besser in Schuss gehalten werden kann. Ich vergebe 4 von 5 Sternen ****
...