Mongolei
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Mongolei gebraucht & neu

Mongolei Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Schlingel62

AUF DEN SPUREN VON " DSCHINGIS-KHAN" UNTERWEGS IN DER MONGOLEI

ein Testbericht von 2002-09-05 12:54:26 vom 05.09.2002
Empfehlung: ja
Vorwort
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Zwar ist man gewöhnt schnell über die Ozeane zu fliegen, damit die Fremde zur Heimat in gebührender Distanz ist. Doch nur wer zu Lande reist, kann noch die gemächliche Verwandlung des Bekannten in das Fremde miterleben. So sind wir von Moskau aus mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mongolei gefahren. Dies ist ein Land, in dem wir Erlebnisse hatten, die ich meine Leben lang nicht vergessen werde.

Was passierte denn?
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Nach Abstechern in Irkutsk, dem Baikalsee und den üblichen Grenzformalitäten kamen wir mit dem Zug in der Mongolei an .

“Die Heimat von Dschingis Kahn ist nichts für zart besaitete Gemüter“, das wurde mir schnell klar, denn 85 Prozent des zentralasiatischen Landes, das im Norden an Russland und im Süden an China grenzt, liegen mehr als 1.000 Meter über dem Meeresspiegel.

Hier herrscht ein „Extremklima“, so wird es in den langen Wintern bis zu minus 50 Grad kalt und nirgendwo in der Welt erstreckt der Dauerfrostboden soweit nach Süden. Zum Glück waren wir im Sommer , es war September da. Unser Zug fuhr weiter im Tal der Selenga durch das Ulan-Burges Gebirge. Hier öffnet sich das Tal zu einer nie gesehenen Landschaft. Berge bis zu den Gipfeln mit Gras bewachsen, riesige Graslandschaften. Herden, erste Jurtensiedlungen, Mensch und Natur in Harmonie.

Ulan Bator
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Ob ihr es glaubt oder nicht, aber „Asche auf mein Haupt“ es stimmt: Wir kamen auf die Minute pünktlich in Ulan Bator an. Für mich „die trostloseste Hauptstadt der Welt“, vielleicht auch die kälteste“- und das obwohl sie auf einem südlicheren Breitengrad liegt als München.
Wir hatten unsere Unterkunft bei „Saiknaa“, eine sehr nette Frau, die ihre Wohnung an Touristen vermietet. „Saiknaa“, die übrigens bei de UNESCO arbeitet und wir sowie vier oder fünf andere Gästen wohnten so in einer zwei Zimmer Wohnung, die sich in einem heruntergekommenen Plattenbau befindet. Gestört hat dies uns nicht, außerdem waren die Dusche und das WC hervorragend, was will man mehr

Zur Info:
Vorgebucht war hier überhaupt nichts, .wir hatten dies „Vor Ort“ gebucht, d.h. man wird, sobald man aus dem Zug aussteigt, sofort von „Fängern“ umworben. Ich kann diese Unterkunft empfehlen, hat um die 5 bis 10 € gekostet mit Frühstück.

Ulan Bator ist einen Stadt aus Beton, mit einem weiten Heldenplatz in der Mitte. Uns ist nicht klar warum, aber man verzeiht der Stadt fast alles. Aber ändern wird sich hier wohl nicht viel, außer dass wohl noch mehr Internet-Cafes aufmachen.

Zwar ist die Mongolei viereinhalbmal so groß wie Deutschland, sie zählt aber weniger als drei Millionen Einwohner, von denen mehr als ein Viertel in der Hauptstadt leben. Kein Wunder, dass auf dem Land nur eine sehr eingeschränkte Infrastruktur zu finden ist. Später erfuhren wir von unserem Jeefahrer, dass das Straßennetz rund 42000 Kilometer lang ist, davon allerdings nur etwa 1500 Kilometer asphaltiert sind. Die „Mongolian-Road“, erinnere ich mich gut, geht über unendliches Hochland, durch Steppen und Wüsten, wir sind jedenfalls mehr über irgendwelche Pisten gefahren, als über Asphaltstraßen. Kaum ein Mensch weit und breit sieht man hier.

Die Mongolei ist ein Land, das man entweder liebt oder hasst. Wir wanderten stets auf diesem schmalen Grat. Dabei gehört dieses Land zu den am dünnsten besiedelten Gebieten der Welt kann aber nicht die Dolomiten mit der mongolischen Schweiz bei Terelje südöstlich von Ulan Bator vergleichen.

Was haben wir in der Mongolei gemacht?
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Nachdem wir die Hauptsehenswürdigkeit in Ulan Bator besichtigten: ein altes Kloster, das übrigens sehr sehenswert ist und ein einem Folkoloreabend teilgenommen hatten (ebenfalls sehr zu empfehlen, allerdings findet man hier nur Touristen), kümmerten wir uns um eine Jeep-Tour um einen Abstecher in Richtung Wüste Gobi zu machen.

Dies geht relativ einfach, denn angesprochen wird man andauert, da ja nicht allzu viele Touristen in der Hauptstadt umherlaufen. Wir buchten jedenfalls ganz kurzfristig eine dreitägige Jeep – Tour.(hier werde ich in Kürze die E-mail-Adresse des Veranstalters veröffentlichen, aber ich hab zur Zeit mein Tagebuch nicht greifbar). Kurzum: Dies kann man alles vor Ort machen,. Es wurde zu einem faszinierendes und unvergesslichen Erlebnis, denn bei uns wurde Dschingis Khan wieder lebendig. So kamen wir bis an den Rand der Wüste Gobi. Wir kamen so in Landesteile, die bisher nur wenige Reisende betraten. In dem extremen Land hatten wir so fast zwangsläufig viel mit den Nomaden zu tun. Erlebten so auf eine ganz andere Weise wie man auch leben kann.

Plötzlich waren wir mitten im Nomadenleben und durften sogar miterleben wie eine neue „Jurte“ typisch Mongolisch eingeweiht wird. Prächtige Pferde, die ganze Familie in Feiertagsgewändern gehüllt, immer wieder Wodka und dazu noch Touristen, da kann ja nichts schief gehen. Die Mogolen freuten sich, dass wir an ihrem Fest teilnehmen konnten. So gab es zur Begrüßung die schrecklich schmeckende Pferdemilch und immer zwischendurch Wodka , Gemüsesuppe, harten getrockneten Joghurt und eine Art Fladenbrot mit viel, viel Fleisch. Wir übernachteten auch gemeinsam mit den Mongolen in den Jurten. Die sie übrigens hier „GEAR“ nennen. Die Gastfreundschaft war einfach unglaublich. So kamen sogar die Nachbarn zu der Einweihung des Festes hoch zu Pferd geritten. Wir waren nur am Staunen, als sich ein 70jähriger Mongole, schon leicht trunken mit seinem Pferd auf den Weg nach Hause macht. „Es ist ja nur ein Tagesritt von rund 50 Kilometern“., erfuhren wir von unserem Jeep-Fahrer, der etwas Englisch sprach. Mir tat schon der Hintern weh, als ich einen Tag später einen halbstündigen Ritt über die Steppe machte, und Muskelkater hatte ich auch.

Unglaublich auch die Sprache, ich hab sie auf meinen Walkman aufgenommen, eine besonders harte, schnelle fast sprudelnde Aussprache. Ein paar Wörter Mongolisch können auch nicht schaden, wir haben nur „guten Tag“, „Danke“, und „Herzlich Willkommen“ gelernt.

Als wir hier in Deutschland bei mehreren Dia-Vorträgen die Aufnahmen vorspielten, kamen unsere Gäste aus dem Staunen nicht mehr heraus. Heute noch zieht es mir den Mund zusammen, wenn ich an die gegärte Stutenmilch denke, die wir tranken, und das weit weg von jeglicher Zivilisation. Überstanden haben wir dies alles ohne irgendwelchen Durchfall, na ja, so ganz gut fühlte ich mich nicht, aber das ist wohl Natur pur, außerdem hat wohl auch der Wodka einiges abgetötet.

Bisher ist die Mongolei noch vor Touristenströme behütet. Dafür gibt es aber gutes Bier, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot. So genossen wir nicht nur Dschingis Kahn Wodka, sondern auch Kahnbräuer Bier, bis wir uns auf dem Weg zum Bahnhof machen.

Fazit:
*****
Abenteuer pur ist „Land der wilden Reiter“ geboten, wir machten uns nach rund einer Woche weiter in Richtung China, dies alles mit dem Zug. War wirklich alles halb so wild wie man dies vermutet.

Weiterer Tipp:
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Wer entsprechend viel Zeit hat sollte unbedingt zum „Naadam-Fest“ in die Mongolei reisen. Dann ist das ganze Land auf den Beinen. Es findet jedes Jahr vom 11. bis 13. Juli statt. Hier messen sich die Mongolen in den traditionellen Disziplinen ihrer Ahnen, so wird einem die Mentalität des Nomadenvolkes noch näher gebracht. Nicht nur Bogenschießen ist dann angesagt.

Viel Spass und guten Appetit beim trinken der bitteren Stutenmilch
wünscht Euch


Schlingel62

geschrieben für YOPI; ciao und dooyoo
...
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Kommentare
grashopper
grashopper, 27.05.2002
Da bin ich auch mal neugierig drauf
wilma
wilma, 28.05.2002
Super beschrieben!
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