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![]() Der Meister des Handelsein Testbericht von Maggifu2004-03-12 11:44:04 vom 12.03.2004 Empfehlung: ja Vorteile: Weiterbildung muss sein, bessere Chanchen auf dem Arbeitsmarkt, bessere Aufstiegsmöglichkeiten, mehr Kenntnisse für das tägliche Geschäft...Nachteile/Kritik: Viel, viel Arbeit und nur noch wenig Freizeit.Da dieser Bericht etwas länger wird schreibe ich (entgegen meinen üblichen Berichten) ein Inhaltsverzeichnis und schreibe diesen Bericht auch in mehreren Etappen. Sollte er für dich interessant sein, dann schau ab und zu wieder mal vorbei. Er wird kontinuierlich aufgebaut. Auch aus dem Grund, dass ich nichts wichtiges vergesse oder in bestimmten Punkten nicht genau genug sein kann werde ich diesen Bericht langsam aufbauen. Ich werde mich bemühen in den einzelnen Punkten nicht allzu ausführlich zu schreiben und trotz dem nichts wichtiges zu vergessen. Die größte Herausforderung ist allerdings den Bericht übersichtlich zu halten. Ich bin wie immer für alle Vorschläge und Bewertungen dankbar. 0. Der Handelsfachwirt 0.1. Lehrgangsarten 1. Die Rahmenbedingungen 1.1. Voraussetzungen 1.2. Kosten 1.3. Zuschüsse (woher das Geld nehmen) 2. Der Unterricht 2.1. Allgemeines und Besonderheiten in Augsburg 2.2. Erster Teil 2.2.1. Arbeitsmethodik 2.2.2. Wirtschaftsrechnen 2.2.3. Arbeitsrecht 2.2.4. Informationswirtschaft 2.2.5. Betriebsorganisation 2.2.6. Steuerrecht 2.2.7. Handelsbetriebslehre 2.2.8. Buchführung und Grundlagen der Kostenrechnung 2.2.9. Finanzierung 2.2.10. Firmenrecht 2.2.11. Personalführung 2.2.12. Personalwirtschaft 2.2.13. Zielsetzung, Planung und Kontrolle 2.2.14. Vertiefungsunterrichte 2.3. Zweiter Teil 2.3.1 Kostenrechnung 2.3.2 Betriebsstatistik 2.3.3 Beschaffung und Lagerhaltung 2.3.4 Recht des Kaufvertrages 2.3.5 Marketing 2.3.6 Wettbewerbsrecht 2.3.7 Volkswirtschaftliche Grundlagen 3. Die Prüfungen 3.1. Allgemeines und Besonderheiten in Augsburg 3.2. Erster schriftlicher Prüfungsteil 3.2.1 Betriebswirtschaftslehre des Handels, betriebliche Organisation und Unternehmensführung 3.2.2 Betriebliches Personalwesen 3.3. Zweiter schriftlicher Prüfungsteil 3.3.1 Kosten- und Leistungsrechnung 3.3.2 Absatz 3.3.3 Beschaffung und Lagerhaltung 3.4. Mündliche Prüfung 4. Organisation 4.1. Die IHK Akademie in Augsburg 4.2. Die Akademie Handel in München 5. Der Abschluss 5.1. Wert des Abschlusses 5.2. Wie geht’s weiter 6. Tipps für alle, die es wagen wollen <<<<<<<<<< So, und nun geht es endlich los >>>>>>>>>> Ich bitte zu beachten, dass sich die hier gemachten Aussagen auf die Ausbildung in Augsburg in Teilzeit beziehen. 0. Der Handelsfachwirt >>>>>>>>>> Handelsfachwirt – Was ist das? Nun der Handelsfachwirt lässt sich am leichtesten mit der Bezeichnung „Meister des Handels“ vergleichen. Er hat in etwa den Stellenwert des Handwerksmeisters und soll die Teilnehmer auf Führungsaufgaben der mittleren Ebene vorbereiten, indem er Kenntnisse auf der ganzen breite des kaufmännischen Wissens vermittelt und auch dispositive und organisatorische Fähigkeiten aufbaut. 0.1 Lehrgangsarten >>>>> Die Ausbildung zum Handelsfachwirt kann auf verschiedene Weisen absolviert werden. Es gibt einmal die schulische Ausbildung nach dem Abitur (hierüber bin ich allerdings nicht sonderlich informiert, ich habe kein Abi) oder die nebenberufliche Variante, über die ich hier berichten werde. Auch die nebenberufliche Ausbildung ist in verschiedenen Modellen möglich. Abendkurse (meine Variante): Der Abendkurs wird hier in Augsburg immer Montags und Mittwochs von 18:30 bis 21:45 Uhr abgehalten. Am Anfang des Kurses steht ein Arbeitsmethodik-Wochenende an. Dies ist an einem Freitag und einem Samstag hintereinander zur Einführung zum Kurs gedacht. Mehr hierzu im Abschnitt 2.2.1 Arbeitsmethodik. Samstagskurse: Wem die Abende zu stressig sind, der kann auch Samstags in die Schule gehen. Hier wird dann von 7:30 bis 14:00 Uhr unterrichtet. Auch hier beginnt der Kurs mit einem Arbeitsmethodik-Wochenende. Vollzeitlehrgänge: In einem Vollzeitlehrgang kann der HFW extrem schnell absolviert werden. Hier dauert es bis zur Prüfung nicht mal ein Jahr (in zwei Abschnitten, insgesamt etwa 6 Monate Schulzeit). Die Anderen Kursarten dauern fast zwei Jahre. Beim Vollzeitlehrgang ist der Unterricht von Montag bis Freitag von 8:00 – 15:00 Uhr. Wer sich für den HFW interessiert, sollte sich an einem der Info-Abende bei der IHK einfinden. Die Termine wie auch die Kurse sind im Internet unter www.ihk-akademie-schwaben.de zu finden. Hier findet ihr auch die Ansprechpartner für weitere Fragen. Die Lehrgänge umfassen 504 Unterrichtsstunden. Es gibt übrigens auch Lehrgänge in Memmingen, Kempten, Neu-Ulm und Donauwörth. 1. Die Rahmenbedingungen >>>>>>>>>> In diesem Kapitel geht es um die Prüfungsbedingungen, die Voraussetzungen, welche erfüllt sein sollten, die Kosten des Handelsfachwirtes und die möglichen Zuschüsse. 1.1 Voraussetzungen >>>>> Um überhaupt zu den Prüfungen zugelassen zu werden sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Diese sind laut Prüfungsverordnung: - Eine mit Erfolg abgeschlossene Ausbildung als Buchhändler/-in, Drogist/-in, Florist/-in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Kaufmann/-frau im Groß und Außenhandel oder Musikalienhändler/-in und eine weitere Berufspraxis von mindestens zwei Jahren in einem Handelsbetrieb (zum Zeitpunkt der Prüfung) oder - eine mit Erfolg abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberuf und eine weitere Berufspraxis von mindestens drei Jahren in einem Handelsbetrieb (zum Zeitpunkt der Prüfung) oder - eine mindestens sechsjährige Tätigkeit im Handel (zum Zeitpunkt der Prüfung). Zusätzlich sollten Kenntnisse in Buchführung vorhanden sein. Die Voraussetzungen werden von der Prüfungsabteilung der IHK sehr streng geprüft, Ausnahmen werden nicht gemacht. Wer die Voraussetzungen noch nicht erfüllt, muss warten. Die Kenntnisse in Buchführung müssen nicht sehr ausgeprägt sein. Wenn man die Grundkenntnisse noch beherrscht, kann man dem Unterricht gut folgen. Insgesamt sind die Voraussetzungen sehr gut, denn wenn ein Teilnehmer nicht die nötige Vorbildung hat, bleibt entweder er oder die ganze Klasse (wenn der Dozent den Teilnehmer nicht fallen lassen will) auf der Strecke. 1.2 Kosten >>>>> Ganz billig ist der Spaß nicht. Ich muss insgesamt (Jahrgang 2002-2004) 2403.- EUR bezahlen. Diese Teilnahmegebühr gilt für alle Teilzeitkurse. Der Vollzeitkurs liegt bei 2270,12 EUR. Die krummen Beträge kommen übrigens von der DM/EUR Umrechnung. Die Scripten sind im Preis enthalten, die Prüfungsgebühren kommen noch drauf. Das dürften noch etwa 450.- EUR sein. Wem das als zu viel erscheint, der sollte unbedingt den nächsten Abschnitt (Zuschüsse) lesen. 1.3 Zuschüsse >>>>> Da der Lehrgang nicht gerade billig ist, sind die Förderung und die Zuschüsse ein sehr wichtiger Punkt. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Betriebliche Förderung: Fragt doch einfach mal den Chef. Viele Vorgesetzte sind froh, wenn sich der Mitarbeiter weiterbildet und beteiligt sich an den Kosten. Aber einen Anspruch gibt es natürlich nicht. Aufstiegsförderungsgesetz (Weiterbildungs-BAföG): Das ist ein Punkt, auf den habt ihr ANSPRUCH. Das heißt ihr bekommt diese Förderung auf jeden Fall. Ihr bekommt vom Staat zur Förderung eurer Weiterbildung einen Zuschuss von 35 Prozent der Kosten. Und das ist ein schöner Brocken. Auch ist die Inanspruchnahme nicht sonderlich bürokratisch oder kompliziert. Ihr müsst nur auf www.bmbf.de das zugehörige Formular herunterladen und an das zuständige Amt (ist auch auf der Seite zu finden, entweder Landratsamt oder Stadtverwaltung) schicken. Weitere Infos gibt’s auch unter www.meister-bafoeg.de oder unter der kostenlosen Hotline 0800-6 22 36 34. Was ihr aber unbedingt beachten müsst: Die Förderung kann nur einmal beantragt werden. Wenn ihr also im Anschluss an den Handelsfachwirt den Betriebswirt machen wollt, so muss dies auf dem Formular mit angegeben werden. Ansonsten könnt ihr den Betriebswirt dann ganz selbst zahlen – und der ist noch teurer. Ihr geht mit der Angabe des Betriebswirtes keine Verpflichtung ein ihn wirklich zu machen. Aber die Möglichkeit diesen mit Förderung zu machen kann man sich offen halten. Kredit bei der Deutschen Ausgleichsbank: Mit dem Bescheid über die 35 Prozent Förderung bekommt man auch die Berechtigung einen zinsgünstigen Kredit bei der Deutschen Ausgleichbank aufnehmen. Das kann sich durchaus rentieren, wenn ich auf dem Kapitalmarkt mehr Zinsen bekomme als ich für den Kredit bezahlen muss. Mit diesen Förderungen in der Tasche fällt das ganze doch schon viel leichter, oder? 2. Der Unterricht >>>>>>>>>> Auf die einzelnen Fächer werde ich jeweils nur kurz eingehen, denn sonst würde ich den Rahmen sprengen. Sicherlich könnte man zu jedem Fach mindestens eine DIN A4 Seite Schreiben, aber bei 20 Fächern? 2.1 Allgemeines und Besonderheiten in Augsburg >>>>> Es gibt einen sehr großen Vorteil, wenn man den HFW in Augsburg macht. Denn Augsburg ist der einzige Standort, an dem die Prüfung zweigeteilt ist. So kann man nach der ersten Prüfung einen großen Teil des ersten Abschnittes vergessen und sich auf die restlichen Fächer konzentrieren. Insgesamt gesehen bin ich mit dem Unterricht in Augsburg sehr zufrieden. Die Dozenten sind kompetent (leider nicht alle in Beziehung der Lehrmethoden) und für Fragen offen. Auch entwickeln sich im Unterricht öfter Diskussionen, aus denen man viel leichter Zusammenhänge lernen kann als durch stures Büffeln. Ab und zu werden auch Gruppenarbeiten gemacht (leider zu selten) und in übungsintensiven Fächern (Buchführung, Finanzierung) werden auch Übungsaufgaben ausgegeben. Die Scripten sind sehr ausführlich, meist zu ausführlich. Man hat keine Chance diese Menge an Stoff bis zur Prüfung zu lernen. Deshalb schreibe ich mir die Scripten in Kurzfassung noch mal selbst mit eigenen Worten zusammen. Auch ist natürlich das aufpassen im Unterricht sehr wichtig, aber nicht immer einfach ;-), denn manchmal geht der Spaß vor. 2.2 Erster Teil >>>>> 2.2.1 Arbeitsmethodik >>> Dieses Fach wird zur Einführung in den Kurs am ersten Wochenende durchgezogen. Das ist ein Freitag und ein Samstag, gebündelt. Die Arbeitsmethodik soll den Teilnehmern das Lernen lernen. Denn die meisten sind schon eine Weile aus der Schule heraus und haben es verlernt. Hier werden Wege aufgezeigt, wie ein erwachsener Mensch am besten lernen kann. Auch wird in dem Einführungskurs der Zusammenhalt zwischen den Teilnehmern schon mal aufgebaut, denn die nächsten Jahre ist man auf einander angewiesen. So lernt man sich schon mal in ungezwungener Weise kennen. Das ist an den normalen Unterrichtstagen nicht mehr so einfach. Auch wird hier ein wenig Rethorik mit gelernt. Man spricht mit den anderen und stellt dann jeweils einen anderen vor dem Kurs vor. Ein gelungener Start. Das Fach Arbeitsmethodik lehrt zwar nichts für die Prüfungen, aber es ist ein optimaler Einstieg in den Lehrgang. 2.2.2 Wirtschaftsrechnen >>> Hier werden einige Grundrechenarten wiederholt. Prozentrechnen, Verteilungsrechnen, Zinsrechnen, Dreisatz. Welch langweiliger Stoff. Das müssten eigentlich alle noch wissen. Aber die IHK will sichergehen, dass bei der Prüfung – falls etwas gerechnet werden soll – dieses Wissen auch noch da ist. Für dieses Fach sind die eingeplanten 10 Unterrichtsstunden viel zu lange. Diese Zeit könnte man besser nutzen. 2.2.3 Arbeitsrecht >>> Wann darf ich wen feuern, was kann er dagegen unternehmen. Wen kann ich warum vor dem Arbeitsgericht verklagen. Wie hat eine Stellenanzeige auszusehen, wie ein Arbeitsvertrag. Was darf ich bei einem Vorstellungsgespräch fragen und worauf muss der gefragte Wahrheitsgemäß antworten? All diese Fragen und noch viele mehr werden im Arbeitsrecht beantwortet. Ein sehr wichtiges Fach für künftige Chefs. In diesem Fach ist unser Dozent ein Anwalt mit dem Fachgebiet Arbeitsrecht. Er kann Beispiele aus seinem täglichen Arbeitsleben erzählen, da verschlägt es dir die Sprache. Auch ist dieser Dozent einen sehr trockenen Humor. Wenn er von der „natürlichen Lösung“ oder ähnlichem spricht kann sich der ganze Kurs vor lachen fast nicht mehr halten. Nur der Dozent schaut immer ernst drein. Ein echtes Original. So macht lernen Spaß. 2.2.4 Informationswirtschaft >>> Himmel, welch ein Dozent? Erst kommt er am ersten Tag fast zwei Stunden zu spät (übrigens bisher das einzige mal, dass ein Dozent zu spät kam) und dann kommt der mit so einem Stoff. Wir lernten über Bits und Bytes, über Barcodes und Geldautomaten. Also alles, mit dem der normale Kaufmann nichts zu tun hat. Und er geht viel zu sehr ins detail. Wofür muss ein Handelsfachwirt eine Dezimalzahl in eine Binärzahl umrechnen können? Für mich was das kein großes Problem, da ich ja schon einen Abschluss als Programmierer (IHK) gemacht hatte, aber hier sind einige Kursteilnehmer sehr demotiviert aus den Vorlesungen gegangen, weil sie nichts kapiert haben und dachten, das sei Prüfungsrelevant. Aber nachdem wir einige Prüfungen angeschaut haben kann ich sagen: in der Form kommt das bestimmt nicht vor. Auch diese 12 Stunden hätte man besser verbringen können. 2.2.5 Betriebsorganisation >>> Dies ist wieder ein sehr wichtiges Fach für den Kaufmann. Wenn ein Betrieb gegründet oder umstrukturiert wird, muss erst mal organisiert werden. Auch während der täglichen Arbeit muss Organisation in die Abläufe, so dass nicht immer improvisiert werden muss. Hier hatten wir einen sehr guten Dozenten, der mit uns zusammen ein zusammengefasstes Script erarbeitet hat, welches wesentlich kompakter zu lernen ist, als das Original. 2.2.6 Steuerrecht >>> Bei dem Fach Steuerrecht schlafe ich bereits ein, wenn ich den Namen des Dozenten höre. Dieser ist Leiter der Betriebsprüfung im Finanzamt und ein typischer Beamter. Es ist ehrlich nicht leicht dem monotonen Selbstgesprächen zu folgen. Auch ist durch den Lehrstil des Dozenten der Geräuschpegel in dem Unterrichtsraum sehr hoch, was ihn aber anscheinend nicht sonderlich stört. Zum Glück ist das kein Prüfungsfach. 2.2.7 Handelsbetriebslehre >>> Dieses Fach würde ich als das wichtigste in dem Kurs ansehen. Es ist die Grundlage aller Handelsbetriebe und Handelsaktivitäten. Hier lernt man über die Betriebsformen, die Entwicklungen im Handel und über den Beitrag und die Stellung des Handels in der Volkswirtschaft. 2.2.8 Buchführung und Grundlagen der Kostenrechnung >>> Nun, Buchführung muss sein. Das gehört einfach zum Kaufmann. Die Buchführung als solches ist kein Prüfungsfach, aber die Grundlage der Kostenrechnung und diese ist sehr wohl Prüfungsrelevant. Somit muss man auch dies gut üben. Und das ist auch das gute an dem Fach: kein Lernfach, sondern ein Übungsfach. Und was ich üben kann, kann ich mir besser merken, als was ich lernen muss. Passt in diesem Fach insbesondere auf den Aufbau der Bilanzen und den letzen Teil, die Grundlagen der Kostenrechnung auf. Dies wird in dem Fach Kosten- und Leistungsrechnung noch sehr wichtig. 2.2.9 Finanzierung >>> Die Finanzierung gehört irgendwie zur Buchführung dazu. Hier lernt man, wo das Geld des Betriebes herkommt und wo es hingeht. Auch verschiedene Bewertungszahlen und die Berechnungsgrundlagen daraus lernt man, so dass man den eigenen Betrieb mir den anderen Betrieben vergleichen kann. Oder die Entwicklung des Betriebes einschätzen und beobachten zu können. 2.2.10 Firmenrecht >>> Hier lernt man auch Teile der Betriebswirtschaft. Es geht um die Rechtsformen, Gesellschaftsformen, Stellvertretungen und so Zeug. Dieses Fach ist an zwei Abenden abgehakt. Diese Zeit reich hierfür auch aus. Hier haben wir den gleichen Dozent wie in Arbeitsrecht (den witzigen Anwalt). 2.2.11 Personalführung >>> Dem Dozent dieses Faches merkt man an, dass er rhetorisch einiges drauf hat. Das dürfte in diesem Fach auch ziemlich wichtig sein, den Personalführung hängt sehr von der eigenen Person ab. In diesem Fach (16 Stunden) lernt man die Führungsstile (traditionell und modern), die Möglichkeiten der Mitarbeitermotivation und das betriebliche Teamwork kennen. Auch die Konfliktlösung, die Informationswege und die Personalförderung werden angesprochen. 2.2.12 Personalwirtschaft >>> Dieses Fach ist sehr Diskussionshaltig. Hier kommt man mit sturem Büffeln nun wirklich nicht mehr weiter. Man muss vielmehr die Zusammenhänge verstehen und auch geistig umsetzten können. An besten geht das, wenn man es mit seinem eigenen Betrieb verbinden kann. Zum Glück haben wir auch hier eine sehr kompetente Dozentin, die die Inhalte vertändlich rüberbringt. 2.2.13 Zielsetzung, Planung und Kontrolle >>> Hier habe ich so meine Probleme mit den Begriffen. Es geht um strategische Planung, operative Planung, Visionen und solche Dinge, die nicht direkt Greifbar sind. Der operative Bericht ist wieder leichter, da man diesen auch auf das tägliche Geschäft umlegen kann. Aber die Strategie ist wohl nur für die obere Führungsebene direkt mit der eigenen Firma zu verbinden. Wenn sich das Script in diesem Fach dem Ende zuneigt, zeigen sich viele Verbindungen zu den anderen Fächern und der größere Zusammenhang wird klarer. Aus diesem Grund schätze ich die Bedeutung dieses Faches sehr hoch ein. Dieses Fach kann in bis zu drei Prüfungen mit jeweils einer Frage drankommen. 2.2.14 Vertiefungsunterrichte >>> Ein ganz wichtiges Hilfsmittel für die Prüfungsvorbereitung sind die Vertiefungen. In den prüfungsrelevanten Fächern wird in jeweils 4 Unterrichtsstunden der Stoff noch einmal wiederholt. Hier hat man Gelegenheit die Dozenten nochmals Fragen zu stellen, die bei der Nachbereitung aufgetaucht sind. Auch werden von den Dozenten alte Prüfungsfragen oder prüfungsähnliche Fragen gestellt und auch besprochen. Wichtig ist für die Vertiefung, dass man das Script des betreffenden Faches vorher bereits durchgearbeitet hat, da sonst die Vertiefung nicht die erhoffte und erwünschte Wirkung zeigen kann. 2.3 Zweiter Teil >>>>> Insgesamt gibt es im zweiten Teil weniger Fächer und auch weniger Stoff. Der hats aber in sich, so dass der zweite Teil insgesamt als der schwierigere anzusehen ist. Auch werden zum zweiten Teil drei Prüfungen geschrieben, für den ersten nur zwei. 2.3.1 Kostenrechnung >>> Am Anfang ist dies Fach etwas gewöhnungsbedürftig. Auch hier gibt es viel Theorie, aber der Großteil besteht wirklich im Rechnen. Nach einer Weile habe ich bemerkt, dass mir dieses Fach sehr liegt. Nicht so viele Aufzählungen und Fremdwörter zu lernen wie zum Beispiel in Marketing. Auch nicht so schwammig wie das Wettbewerbsrecht, sondern konkret auf den Punkt gebracht. Das Ergebnis ist entweder richtig oder falsch. Da gibt’s keine Auslegungsfragen. Dieses Fach und die Betriebsstatistik haben mir am meisten Spaß gemacht. 2.3.2 Betriebsstatistik >>> Auch in Betriebsstatistik muss viel gerechnet werden. Der Theorieanteil ist zwar etwas höher als bei Kostenrechnen, aber der Schwerpunkt im Script und auch in der Prüfung liegt nun mal in der Berechnung der verschiedenen Mittelwerte und Abweichungen. Auch die grafische Auswertung ist gefragt. Ein sehr schönes Fach! 2.3.3 Beschaffung, Lagerhaltung und Logistik >>> Hierbei geht es um die Beschaffung (Einkauf, Disposition) der Handelsgüter, um die Lagerhaltung dieser und auch um den innerbetrieblichen oder auch außerbetrieblichen Transport. Ein theoretisches Fach mit leichtem Rechenanteil. Unser Dozent brachte die Materie mit Praxisbeispielen und eigenen Erfahrungen rüber. Das ist auch für das Verständnis und die Hintergründe sehr hilfreich. 2.3.4 Recht des Kaufvertrages >>> Hier hatten wir wieder den Anwalt mit dem trockenen Humor. In diesem Fach ist er fast noch mehr aufgeblüht wie in Arbeitsrecht. Er bringt Storys aus seinem Berufsleben, über die man sich totlachen kann (z.B. versuchte Austauschpfändung eines teuren Rassehundes gegen einen Streuner) oder die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Das Fach selbst ist sehr interessant, da man es mit dem Berufsalltag sehr gut verbinden kann. Das erleichtert natürlich auch das lernen der theoretischen Grundlagen und die Anwendung in der Prüfung. 2.3.5 Marketing >>> Marketing war im zweiten Teil das Fach, welches mir am meisten Überwindung gekostet hat. Das Thema ist einfach zu schwammig, nicht richtig greifbar. Sicher gibt es viele Definitionen, die man auswendig lernen sollte. Aber das kann ja nicht der Sinn des HFW sein. Wenn ich nicht mit eigenen Worten die Dinge beschreiben kann, dann habe ich nichts gelernt. Da war allerdings unsere Dozentin anderer Meinung, da sie meinte, dass nur die Definition im Script richtig ist und diese genau so in der Prüfung kommen muss. Das sehr ich aber nicht ein und kam fast mit Ihr zum streiten. 2.3.6 Wettbewerbsrecht >>> Noch schwammiger als Marketing ist jedoch das Wettbewerbsrecht. In den Grundlegenden Gesetzen UWG und GWB ist fast nichts konkret festgelegt und alles der Rechtsprechung vorbehalten. Der Großteil des Fach wird in der so genannten großen Generalklausel geregelt. Das sind ein paar Zeilen in einem Paragraf und daraus soll dann alles abgeleitet werden. Schwierig. 2.3.7 Volkswirtschaftslehre >>> Dieser Unterricht steht mir noch bevor. Ich werde hier aktualisieren, wenn es soweit ist. Dieses Fach wird mit einer mündlichen Prüfung abgeschlossen, mit der der Handelsfachwirt dann abgeschlossen ist. 3 Die Prüfungen >>>>>>>>>> 3.1 Allgemeines und Besonderheiten in Augsburg >>>>> Der große Vorteil der Prüfungen in Augsburg ist der, dass hier (und nur hier) die Prüfung zweigeteilt ist. Somit kann ich nach der ersten Prüfung diese Fächer abhaken und mich auf die neuen Fächer konzentrieren. Abgelegt wurden die Prüfungen in der IHK, Stettenstraße im Jakob-Fugger-Saal. Es waren jeweils etwa 80-90 Prüflinge dabei, die auch aus den anderen Zweigstellen der IHK Akademie Schwaben und von anderen Ausbildungsträgern kamen. Die schriftlichen Prüfungen bestehen immer aus etwa 12 Fragen (manchmal auch 13), die insgesamt 60 Punkte bringen. Die Spannweite der Punktzahl der Fragen bewegt sich zwischen 2 und 10, wobei die meisten 4-6 Punkte bringen. Dann folgen immer zwei Themen, welche ausführlicher behandelt werden müssen und jeweils 20 Punkte einbringen können. Also sind hier maximal 100 Punkte zu holen, für die man 120 Minuten Zeit bekommt. Zum Bestehen werden mindesten 50 Punkte benötigt, was durchaus zu schaffen ist. Sollte man bei einer Prüfung zwischen 40 und 50 Punkten haben, so bekommt man die Möglichkeit dies in einer mündlichen Zusatzprüfung zu verbessern. Sollten allerdings zwei oder mehr Prüfungen nicht bestanden sein, so muss man diese schriftlich wiederholen. Bei der mündlichen Prüfung, welche etwa 15 Minuten dauert, werden einem von drei Prüfern jeweils eine Frage gestellt. Jeder Prüfer hat dann 33 Punkte zu vergeben, wodurch man theoretisch auf 99 Punkte kommt. Natürlich können die Prüfer bei einer perfekten Prüfung auch 100 Punkte geben. 3.2 Erster schriftlicher Prüfungsteil >>>>> Der erste Prüfungsteil besteht aus zwei Prüfungen, die nacheinander mit einer Pause von 30 Minuten dazwischen geschrieben werden. 3.2.1 Betriebswirtschaftslehre des Handels, betriebliche Organisation und Unternehmensführung >>> In dieser Prüfung sind die Fächer Handelsbetriebslehre, Finanzierung und Betriebsorganisation zusammengefasst. Ein Thema ist immer aus HBL, das andere Thema kann entweder Finanzierung oder Betriebsorganisation sein. Der Schwerpunkt liegt klar auf Handelsbetriebslehre. 3.2.2 Betriebliches Personalwesen >>> Hier kommen die Fächer Personalwesen und Personalführung zusammen. In jedem Fach ist ein Thema zu schreiben. Die Fächer sind in der Prüfung recht ausgewogen. 3.3 Zweiter schriftlicher Prüfungsteil >>>>> Der zweite Teil besteht aus drei Prüfungen. Wir schrieben am ersten Prüfungstag Beschaffung und Lagerhaltung, am zweiten Tag die beiden anderen Prüfungen nacheinander, wieder mit 30 Minuten Pause. 3.3.1 Kosten- und Leistungsrechnung >>> Die Prüfung Kosten- und Leistungsrechnung umfasst die Fächer Kostenrechnung und Betriebsstatistik. Dieses Prüfungsfach ist extrem Rechenintensiv. Wenn man den Stoff verstanden hat, dann schaft man diese Prüfung ohne Probleme. Nur Auswendiglerner könnten hier Probleme kriegen. KLR und BST bieten jeweils ein Thema, die restlichen Fragen sind ausgeglichen. 3.3.2 Absatz >>> In dieser Prüfung geht es um Marketing und Wettbewerbsrecht. Schwammig ohne Ende. Hier muss man einfach schwafeln und vor allem immer richtig und gut begründen, warum man was machen würde. Je ein Thema fällt auf die beiden Fächer und die Fragen sind mehr Marketinglastig. 3.3.3 Beschaffung und Lagerhaltung >>> In dieser Prüfung kommt es auf Die Fächer Beschaffung, Lagerhaltung und Logistik sowie Recht des Kaufvertrages an. Die Themen werden wieder aufgeteilt, die normalen Fragen sind schwerpunktmäßig mehr auf der Beschaffungsseite. 3.4 Mündliche Prüfung >>> Da ich diese noch vor mit habe, werde ich diesen Teil nachliefern. 4 Organisation >>>>> Die Organisation und die Führung des Lehrganges wird erst von der IHK Akademie Schwaben bewältigt, nach der ersten Prüfung geht dies an die Akademie Handel in München über. Für die Teilnehmer ändert sich dadurch allerdings nichts. Die Dozenten bleiben gleich und auch die Räumlichkeiten sind die selben. Nur die Rechnungen kommen aus München. 4.1 Die IHK Akademie in Augsburg >>> Bei der IHK Akademie Schwaben in Augsburg habe ich schon mehrere Lehrgänge absolviert. Der Handelsfachwirt ist allerdings der bisher größte. Mit der Organisation war ich bisher stets zufrieden. Wir haben eine Betreuungsdozentin und eine Ansprechpartnerin der IHK, an die wir uns bei Problemen wenden können. Das war bisher aber nicht nötig. Informationen (zum Beispiel über die Förderungen) sind immer ohne Aufforderung gekommen. 4.2 Die Akademie Handel in München >>> Ich bekam, wie meine Studienkollegen, drei Monate vor der ersten Prüfung einen Brief der Akademie Handel aus München. In diesem werden wir aufgefordert, die restlichen Studiengebühren eventuell komplett zu überweisen oder einen Bankeinzug zu unterschreiben. Ich finde das nicht in Ordnung, da dies nicht von Anfang an erwähnt wurde. Und jetzt kann man ja nicht mehr anders. Aber ich habe hier zum Glück nicht die Finanziellen Engpässe wie jemand, der schon kurz nach der Lehre den Kurs besucht (so kurz es der Voraussetzungen nach eben geht). Den Wechsel zu der Akademie Handel merkt der Schüler fast nicht. Die Rechnungen kommen von einer anderen Stelle und der Betreuungslehrer wechselt. Aber ansonsten geht es weiter wie bisher. Die Prüfungen übernimmt weiterhin die IHK. 5 Der Abschluss >>>>> Das wichtigste ist ja wohl der Abschluss. Das ist der Grund, warum man so einen Lehrgang macht. In diesem Kapitel will ich euch etwas darüber erzählen, was man von dem erfolgreichen Abschluss dieses Lehrgangs hat. 5.1 Wert des Abschlusses >>> Der Handelsfachwirt ist – wie eingangs erwähnt – in etwa mit dem Meister des Handwerks vergleichbar. Jedoch ist es im Handel nicht so weit verbreitet diesen Abschluss anzustreben. Die meisten sind damit zufrieden ihren Kaufmannsgehilfenbrief zu haben. Deshalb kann man sich mit diesem Abschluss etwas von der Masse abheben, was eventuell bei Beförderungen oder bei der Stellensuche den Ausschlag geben kann. Von den Kenntnissen her sollte man nach Abschluss für eine Führungsposition in der mittleren Ebene einsetzbar sein. Das kommt natürlich noch auf den einzelnen an, ab er das mag und ob er die Nerven dafür hat. Jedenfalls bekommt man ein recht umfassendes kaufmännisches Wissen mit auf den Weg, das im weiteren Berufsleben mit Sicherheit Vorteile bringen wird. 5.2 Wie geht’s weiter >>> Nach dem Handelsfachwirt steht einem der Weg frei den Betriebswirt zu machen. Und zwar ohne Hochschulstudium auch in berufsbegleitender Form. Selbstverständlich kann man auch einen spezielleren Weg einschlagen (kann man aber auch ohne HFW, aber mit dann eben mit mehr Hintergrundwissen) wie zum Beispiel Personalmanagement oder ähnliches. Aber auch wenn der schulische Weg hier (vorläufig) sein Ende gefunden hat, so ist diese Ausbildung bei dem weiteren Lebensweg sicherlich hilfreich. 6. Tipps für alle, die es wagen wollen >>>>>>>>>> Schreibt die Scripten in Kurzfassung mit eigenen Worten zusammen. Die Menge an Stoff, welcher in den Original-Scripten steht, ist bis zur Prüfung nicht lernbar. Macht zusammen mit anderen Teilnehmern Lerngruppen. Diese Lerngruppen treffen sich alle 2-3 Wochen am Wochenende zum lernen und Diskutieren. So gelernte Inhalte bleiben besser im Gedächtnis und können besser verarbeitet werden. Beim lernen: Alle Ablenkung vermeiden. Fernseher und Radio aus, Tür zu (eventuell zusperren) und nicht stören lassen. Ist zwar nicht lustig, aber da müsst ihr durch. Wer viel Zeit hat kann sich auf Karteikarten Fragen schreiben und auf die Rückseite die Antworten. Die Karte kommt erst aus der Hand, wenn man sie kann. Sie wird so oft wiederholt, bis die Antwort sitzt. Und nach einiger Zeit kommen die Karten wieder raus und das Spiel geht von vorne los. Aber für diese wirklich effektive Lernmethode habe ich leider nicht die Zeit. Fangt auf keinen Fall zu Spät zum lernen an, denn der Stoff hat es wirklich in sich. Bisher 4322 Wörter. 4 Änderungen bisher. Eingestellt in dooyoo und ciao im Januar 2003 Eingestellt in Yopi im April 2003 Letzte Änderung im März 2004 © Maggifu Und bei diesem Bericht meine ich das Copyright sehr ernst. Da am Ende sehr viel Arbeit darin stecken wird, bin ich jedem, der diesen Bericht klaut auf ewig böse. Ohne Smiley! ... |
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