Industriefachwirt/in
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Industriefachwirt/in gebraucht & neu

Industriefachwirt/in Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

yopi@channel-emsland.de

Aufstiegsfortbildung zum Industriefachwirt (IHK)

ein Testbericht von 2004-12-20 18:17:58 vom 20.12.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Weiterbildung lohnt immer, viel gelernt, Praxisbezug...
Nachteile/Kritik: viel Arbeit, teuer
Hallo Community,

Da der liebe Gott vor dem Erfolg leider den Schweiß gesetzt hat, musste ich die letzten 2 Jahre den Grossteil meiner Abende damit verbringen einen Vorbereitungskurs zum „Geprüften Industriefachwirt“ zu absolvieren, damit ich meinen ersehnten Titel bekomme. Nun hatte ich mittlerweile den Erfolg, denn ich habe den Aufstiegslehrgang zum Geprüften Industriefachwirt (IHK) letzte Woche abgeschlossen.

Den Vorbereitungskurs habe ich bei der VHS belegt und die Prüfung vor der IHK Osnabrück/Emsland abgelegt.

Hiermit möchte ich Euch über meine Erfahrungen in Zusammenhang mit dieser Fortbildung berichten und euch einen kleinen Überblick über die Vorbereitung auf die Prüfung durch die VHS und die Durchführung der Prüfung durch die IHK zu berichten.


I)Was ist ein Industriefachwirt?
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXDie Fortbildung zum Geprüfte Industriefachwirt ist eine Aufstiegsfortbildung nach dem BbiG. Geprüfte Industriefachwirte sind in der Lage folgende Aufgaben in Industriebetrieben wahrnehmen:

A) Wahrnehmen qualifizierter Sachaufgaben in kaufmännischen Abteilungen
B) Erkennen und Beurteilen betrieblicher Gesamtzusammenhänge
C) Führen von Mitarbeitern sowie Mitwirken bei der beruflichen Bildung von Mitarbeitern.

II)In welchen Fächern wird man geprüft
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Der Industriefachwirt muss sich in folgenden Fächern prüfen lassen.

A. Wirtschaftsübergreifender Teil:
1.Betriebswirtschaftslehre/ Volkswirtschaftslehre
2.Information und Kommunikation (EDV)

In einem Fach dürfen auch mangelhafte Leistungen erbracht werden. Wenn die Summe der beiden Fächer über 50 % ergibt, ist der Prüfungsteil trotzdem bestanden.

B. Wirtschaftszweigspezifischer Teil:

1.Kosten- und Leistungsrechnung
2.Bilanzierung/ Finanzierung/ Steuern
3.Personalwirtschaft
4.Organisation und Unternehmensführung
5.Materialwirtschaft
6.Absat zwirtschaft
7.Produktionswirtschaft

Von den Kursen 5,6 und 7 konnte ein Kurs abgewählt werden. Alle Fächer müssen mindestens mit einem ausreichend bestanden werden.


C.Berufs- und Arbeitspädagogischer Teil

1.Ausbildereigungsprüfung nach AEVO






III)Wer kann Industriefachwirt werden?
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxEs gibt drei Möglichkeiten die Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen:


1. Man hat eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert und hat zum Prüfungstermin bereits zwei Jahre einschlägige Berufserfahrungen (in der Industrie) gesammelt.
2. Man hat eine sonstige kaufmännische Ausbildung absolviert und hat zum Prüfungstermin bereits drei Jahre einschlägige Berufserfahrungen (in der Industrie) gesammelt.
3. Man hat keine kaufmännische Ausbildung absolviert aber bereits 6 Jahre einschlägige Berufserfahrungen (in der Industrie) gesammelt.


IV)Welchen Zeitaufwand muss ich investieren?
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Das ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Ich kann hier nur von der VHS Nordhorn berichten. (auf andere Anbieter komme ich später noch zu sprechen)

Wir sind im Oktober 2002 gestartet und sind haben die Prüfungen nun im Dezember abgeschlossen. Der Vorbereitungskurs umfasste 150 Sitzungen á 3 Zeitstunden. Diese Termine waren Montags und Mittwochs jeweils am Abend (nach der Arbeit). Zusätzlich haben wir noch eine Woche Bildungsurlaub gehabt. Dieser war kurz vor der Prüfung so das man noch einmal den ganzen Stoff im Schnellverfahren durchgehen konnte. Ich habe natürlich zwischendurch auch zu Hause was getan, da ich ansonsten schnell den Anschluss verloren hätte. Das ist aber bei jedem verschieden.

Alles in allem habe ich nun ca. 26 Monate gebraucht um den „Geprüften Industriefachwirt“ zu meistern.

V) Der Vorbereitungskurs bei der VHS Nordhorn
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Wir wurden in allen Fächern relativ gut vorbereitet. Es ist eigentlich wie in der Schule, bei manch einem Dozenten lernt man besser und bei anderen nicht so gut. Persönliche Präferenzen bei den einzelnen Fächern spielen natürlich auch eine große Rolle. Jeder Dozent hat uns aber genügend Material an die Hand gegeben um die Prüfungen mit ein bisschen Eigeninitiative zu bestehen.

Ich möchte hier auch aus oben genannten Gründen nicht weiter auf die einzelnen Fächer oder Dozenten eingehen.

Was mir hier nicht gefallen hat, das zum Teil relativ viele Termine ausgefallen sind und somit wertvolle Zeit verschwendet wurde, dadurch konnten dann manche Themenbereiche nicht so ausgiebig behandelt werden, wie es vielleicht für den ein oder andern nötig gewesen wäre.


VI) Die Prüfung vor der IHK
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Die Prüfung war rein vom Stoff her eigentlich einfach zu schaffen, wenn man in den 2 Jahren aufgepasst hat und sich vor den Prüfungen auch mal auf den Hosenboden gesetzt hat.

Bei uns lief es so ab, das wir gleich nach 3 Monaten den Ausbildereigungsschein gemacht haben und dann nach einem Jahr erst die schriftlichen Prüfungen in dem wirtschaftsübergreifenden Teil (BWL/VWL und EDV). Nach einem weiteren Jahr kamen dann der wirtschaftszweigspezifische Teil dran. Dort wurde dann an zwei aufeinander folgenden Tagen sechs!!!! Prüfungen geschrieben. Das war schon ein hartes Stück. Nachdem dann die Ergebnisse aus dem schriftlichen vorlagen musste man dann noch ein situationsbezogenes Fachgespräch machen. Dort kamen noch mal Fragen aus allen Fächern vor.

Danach war alles bestanden.

Anmerkung: Ich empfand die sechs Prüfungen in den zwei Tagen echt schwierig zu meistern. Man kann in jedem Fach echt nur oberflächlich lernen, da es so viel Stoff war, den wir in den zwei Jahren gehabt haben. Hier wäre die IHK gut beraten, wenn das ein wenig entschärft wird und man vielleicht jedes halbe Jahr zwei Prüfungen schreibt. Der Prüfling hätte wesentlich weniger Druck und würde auch um Längen bessere Ergebnisse erzielen.


VII) Preise/ Kosten
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Der Vorbereitsungskurs bei der VHS hat insgesamt 2.280 EUR gekostet. Dazu muss man aber noch Lehrmaterialien wie Bücher, etc. rechnen. Die Fahrten zur Fortbildungsstätte und zurück sollten auch nicht unbeachtet gelassen werden. Immerhin kommen bei 150 Terminen doch einige Kilometer zusammen

Die Prüfungsgebühr bei der IHK betrug insgesamt fast 600 EUR für alle Prüfungen.


Hinweis: Man kann Unterstützung vom Staat beantragen und bekommt unter Umständen das „MeisterBafög“ und einen zinsfreien Kredit. Jeder der den Kurs macht sollte zusehen, das er das Geld beantragt.


VIII) Was kann ich nun wirklich mit dem Titel „Geprüfter Industriefachwirt“ anfangen? (Chancen)
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Es heißt zwar Aufstiegsfortbildung aber nach meinen bisherigen Erfahrungen ist der Industriefachwirt besonders hier im Norden nicht besonders bekannt. Es ist irgendwie nen Zwischending. Man ist qualifizierter als ein Industriekaufmann aber nicht so qualifiziert wie ein studierter Betriebswirt.

Für die meisten ist der Industriefachwirt nur zur Sicherung des Arbeitsplatzes geeignet. Jedoch hat man vereinzelt von Leuten gehört, die es dann durch einen Firmenwechsel wirklich in eine anspruchsvolle (leitende) Position gebracht haben und für die der Industriefachwirt wirklich eine Aufstiegsfortbildung war.

Für alle diejenigen die nicht studieren wollen und noch nicht genug vom Lernen haben, kann man bei der IHK aufbauend auf dem Industriefachwirt noch den Abschluss Betriebswirt (IHK) machen.



IX) Meine Meinung/ Fazit
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W eiterbildung lohnt sich eigentlich immer. Der Kurs war anstrengend und hat viel Nerven gekostet. Die Prüfungsgebühren waren meiner Meinung nach total überhöht und die Kosten für den Vorbereitungskurs sind mit knapp 2300 EUR + Lehrmaterialen auch keine Kleinigkeit. Alles in allem habe ich aber wirklich nette Leute kennen gelernt und habe auch viel Wissen aus dem Kurs mitgenommen, welches ich in der Praxis umsetzen kann. Man schafft den Kurs nicht, wenn man nichts dafür tut. Was mich stört ist, das in unseren Regionen der Industriefachwirt nicht so bekannt ist.

Die Fortbildung ist bei mir noch frisch. Aus diesem Grund kann ich für mich hier erstmal keinen Aufstieg (sei es von der Position oder vom Geld her) feststellen.

Sobald sich hier was tut, werde ich meinen Bericht noch mal aktualisieren.

Mein Fazit ist, ich bereue es nicht, diesen Kurs absolviert zu haben, auch wenn es geld- und zeitaufwändig war.

Falls jemand aber die allgemeine Hochschulreife besitzt und Zeit zum studieren hat würde ich ihm jedoch empfehlen ein Studium zu machen.





Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen gehabt.

Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

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Einstellungschancen:Einstellungschancen von Industriefachwirt/in : 4,0 gut
Aufstiegsschancen:Aufstiegsschancen von Industriefachwirt/in : 4,0 gut
Verdienstmöglichkeiten:Verdienstmöglichkeiten von Industriefachwirt/in : 4,0 gut
Sozialleistungen:Sozialleistungen von Industriefachwirt/in : 3,0 durchschnittlich
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Kommentare
JoergTh
JoergTh, 20.12.2004
Klasse... hast dich bestimmt auch schon mal woanders versucht.. gelle? Gruszlig Joumlrg
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